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Ein Abenteuer, wohl mit Folgen…….

 

Es gibt seit 2012 eine Verschwisterung mit dem Amt Wieliszew und dem Amt Trittau.

Seitdem gibt es auch Überlegungen, einen aktiven Austausch vorzunehmen. Aber wie es immer bei mir ist: Lust hätte ich eigentlich schon… aber die Zeit… und dann das Problem mit der Sprache… ich habe leider nicht so gut im Englischunterricht aufgepasst, also muss vielleicht doch jemand anderes fahren. Gut hab‘ ich mir gesagt, abwarten, Gespräche mit den anderen führen und sehen was kommt.

Und jetzt haben wir das Jahr 2018. Auf der Sitzung der Gemeinde schaut mich unsere Europakomitee Vorsitzende Wiebke Bronrowan an, lächelt nett und sagt, sie würde sich sehr freuen, wenn einige aus Köthel fahren würden. Hier sei schon mal gesagt: vielen Dank, ohne Sie wären wir bestimmt dieses Jahr wieder nicht gefahren.

Beim Laternenumzug haben wir uns in Hamfelde bei Ullrich Borngräber einige Infos zur Fahrt geholt und dann doch spät gefragt, ob wir mit nach Polen fahren können. Ja, es hat geklappt und so ging es am Freitag, den 9.11.18 um 5.20 Uhr in Köthel los mit Rike Kandler und Robert Kraft ab nach Trittau in den wartenden Bus nach Polen. Wir sind aufgebrochen um zu schauen, ob wir einen Austausch der Jugendfeuerwehren irgendwie voranbringen können. Und dafür muss man sich erstmal vor Ort umschauen: gibt es dort Leute, die überhaupt Lust haben einen Austausch mitzugestalten.

Viele Fragen hatten wir uns auf der sehr langen Fahrt gestellt. Wir wussten ja, außer dass wir mit dem Bus fahren, nichts. Gut, wir sollten ein Gastgeschenk mitnehmen. Das war eigentlich so ziemlich alles, was wir wussten. Auf der Fahrt haben wir dann ein offizielles Programm bekommen, also doch alles geregelt?

Hinten im Bus auf der Lümmelbank haben wir 3 uns das richtig gemütlich gemacht: die ein oder andere Runde Kniffel gespielt, geredet und gelacht. Gegen 20 Uhr sind wir dann am Ziel angekommen, toll endlich angekommen. Was nun? Dachten wir und es kam alles ganz anders wie wir uns das vorgestellt haben. Die Feuerwehr fuhr mit 6 polnischen Feuerwehrleuten vor und wollten uns gleich mitnehmen. Toll sie erzählten, dass sie uns ins Hotel bringen. Meine Sorge war schon groß, dass wir alles richtig machen und ich glaube das war nicht nur bei mir so.

Am Hotel angekommen konnten wir auf unser Zimmer. Die Kameraden hatten für uns ein Zimmer in einem top Hotel gebucht. Wir haben im Hotel gemeinsam gegessen und da brach das Eis zwischen uns. Eine Suppe später haben wir uns Dank Roberts Englisch Kenntnisse unterhalten. Und nach dem Nachtisch wurden wir spontan gefragt, ob wir uns die Feuerwehr ansehen möchten. Mit einem Lächeln sagten wir ja und los ging es, am Gerätehaus angekommen, wurden die Fahrzeuge rausgefahren und wir konnten erst mal alles bestaunen. Uns wurde alles gezeigt und wir dachten nur wie nett sind sie doch alle. Jeder hat das investiert, was alle nicht haben: Zeit! Und das für Fremde, wie toll ist das denn? ????

Wir haben einen sehr schönen Abend mit gleichgesinnten verbracht, der Abend war eine wirkliche Bereicherung. Wir haben über Probleme in der Feuerwehr und der Politik gesprochen; über Jugendarbeit in der Feuerwehr und haben auch erzählt, wo wir her kommen: aus dem kleinen, netten Dorf mit zwei Kreisen und einer Feuerwehr; dass wir nur ca. 10 Feuerwehr Einsätze haben, aber ganz viele Aktivitäten im Ort mitgestalten und was soll ich sagen? Das ist in Polen auch so, nur die Einsätze sind mehr. Es ist aber so, dass Einsätze von Einsatz kommt und das ist bei allen so ob sie nun Straz` oder Feuerwehr heißen.

Nach einer sehr langen Nacht ohne viel Schlaf haben wir morgens ein wenig gefrühstückt und wurden von den Kollegen der Feuerwehr wieder abgeholt. Wir haben uns die Feuerwehren in Krubin, Janowek-Gora, Kaluszyn, Skrzeszew und Warschau angesehen. Der Wahnsinn! Überhaupt unser Fahrer: Robert, der Leiter von 5 Feuerwehren und hauptberuflich auch noch in Legionowo in der Berufsfeuerwehr oder war es doch vielleicht doch Bartlomiej, einer von beiden hat seinen Kameraden Adam nachts angerufen und gefragt, ob er uns begleiten würde um zu übersetzen. Und Adam hat das gerne gemacht, mit leicht dicken Augen (er kam gerade von der Nachtschicht).

Mittags waren wir bei Kamil zum Mittagessen zuhause bei seinen Eltern. Das war extrem spontan, er hat uns Freitag gegen 00.30Uhr zum Essen eingeladen ????. Aber das Essen war super; generell war die Gastfreundschaft super. Das merkten wir bei einem Besuch in Gora, wo wir erst mal die polnischen Spezialitäten probiert haben. Alle haben sich super gekümmert und alles super organisiert. Am Samstag haben wir an einer Volkstanz Vorführung teilgenommen und wurden von dort auch wieder abgeholt und nach Gora zum Essen gebracht. Das Essen war der Wahnsinn, so eine Vielfalt, es war eine lange Tafel mit allerlei Köstlichkeiten und auch hier war die Nacht wieder sehr kurz, aber sehr schön.

Am Samstag wurden wir gefragt, ob wir mit zu einer offiziellen Gedenkfeier zur 100jährigen Unabhängigkeit von Polen kommen möchten. Auch wurden wir gefragt, ob wir mit in die Kirche gehen möchten und haben ohne zu zögern ja gesagt. Und bäm! Was war das für ein Auflauf! Wir hatten mit einer kleinen Feier gerechnet. Das war wohl nicht so, uns wurden die Plätze gezeigt und Arthur, unser Übersetzer, hat uns super unterstützt. Anschließend in der Kirche wurde der Opfer durch Kriege und Verfolgung gedacht und es war sehr feierlich. Wir hatten schon Angst etwas falsch zu machen. Wahrscheinlich war aber alles okay. Das war auch der Moment an dem ich mich für das, was in der Geschichte passiert ist, schuldig gefühlt habe. Wir haben nur wenig verstanden, aber ich habe schon gemerkt, wer hier durch wen gestorben war. Was soll man jetzt noch sagen… Gut, ich hatte einen richtig dicken Kloß im Hals, als mich aber jemand fragte, wie das bei uns ist, habe ich da auch drüber nachgedacht und mir wurde gesagt, dass es Geschichte ist seit Jahrhunderten und wir alle aufpassen müssen das es nie wieder zum Krieg zwischen unseren Ländern kommt. Also, der Europagedanke ist da: ein kleines, aber feines „wir sind alle gleich und es gibt eine gemeinsame Zukunft“.

Wie kommt man von so einem Thema wieder weg…

Nicht einfach, aber es geht: weil wir durch viele Kleinigkeiten und Herzlichkeiten viele positive Erinnerungen mitnehmen, z.B.: Danke für die dicken Jacken draußen beim offiziellen Teil. Nach der Feier und einer kleinen Stärkung haben wir den Jugendwart Tomek mit seiner Familie besucht. Es gab Kaffee und Kuchen und es wurde uns so viel gezeigt, einfach toll. Das Programm war so viel, dass wir echt immer im positiven Stress waren. ???? Am Sonntagabend war wieder ein gemeinsames Essen angesagt und was soll ich sagen: es war so toll, so viele nette Leute, wir haben bis in den frühen Morgen getanzt und gefeiert.

Ich könnte noch so viel schreiben und sagen. Wir sind so dankbar, wir haben in Polen wirklich viele Freunde kennengelernt; es war die beste Entscheidung nach Polen zu fahren. Der Hammer! Also, wir freuen uns auf ein Wiedersehen! Egal, wie es aussieht: wir sehen uns wieder, da bin ich mir sicher. Wir tragen alle ein Stück Polen seit neustem im Herzen, es war einfach unbeschreiblich schön! Vielen Dank an alle in Polen. Danke für eine schöne Zeit bei Freunden!

Bis bald und auch beste Grüße nach Polen von Rike, Robert und mir

Also liebe Leute in und um Köthel:

Polen ist eine Reise wert! Fahrt hin, seid freundlich und offen für Neues!

Bis bald irgendwo

Do widzenia i do zobaczenia wkrótce

Gruß Marco

Marco Grosser
19.11.2018