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Pressemitteilung vom 31.07.2014 zur aufgetreten Bille-Verschmutzung

Schadstoffwerte der Bille jenseits von Gut und Böse!

Der Kieler Diplom-Biologe Martin Purps, Fischereiberater beim Landessportfischerverband Schleswig-Holstein, hat jetzt die Ergebnisse seiner jüngsten Wasseranalysen der Bille für eine Veröffentlichung zusammengestellt. Danach wurde stellenweise eine Phosphatbelastung von mehr als 1,2 mg/l festgestellt. Dieser Wert fällt nach Angaben des Umweltbundesamtes in die „schlechtest mögliche“ Gewässergüteklasse IV. Aber auch die ermittelten Werte für Ammonium in der Bille (gemessen wurden stellenweise 2.31 mg/l) weisen eine schlechte Güteklasse durch sehr hohe Belastung des Wassers in der oberen Bille nach. Den Grund dafür vermutet Purps in der Einleitung von Fäkalien aus der Nutztierhaltung in die Bille.

Als Anzeiger für frische, ungereinigte Fäkalien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Bille gelangt sein müssen, ist nach Purps Worten der jetzt festgestellte hohe Ammoniumwert anzusehen: „Damit scheiden jedoch ausschließlich natürliche Prozesse als Ursache für die Verunreinigung aus, diese muss zusätzlich durch menschlichen Einfluss stattgefunden haben!“

Als Schadensursache wird von Purps „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ die Einleitung von Gülle im weiteren Bereich um die Kreisstraße K 10 Höhe Linauer Moor gesehen, dafür sprechen die Messergebnisse. Zuvor hatten das auch Kötheler Bürger befürchtet. Unterstützt wird die Aussage von Purps durch die gemessene Leitfähigkeit entlang der Bille sowie durch die Ergebnisse der Wasserproben. Der Diplom-Biologe: „Da die von Anwohnern genommenen Wasserproben bis zu ihrer Analyse ungekühlt einige Zeit gestanden haben, währenddessen eine Abbau durch bakterielle Prozesse stattfand, muss sogar davon ausgegangen werden, dass ursprünglich noch höhere Belastungen in der Bille aufgetreten sind“.


Die eingetretene Situation habe sich inzwischen zwar leicht verbessert, jedoch kann es nach Ansicht von Purps bereits zu spät sein für anspruchsvolle Fischarten und Bachmuscheln in der Bille: Durch den zu geringen Sauerstoffgehalt des Flusses, nachgewiesen über mehrere Tage (so wurde am 25. Juli noch immer ein zu niedriger Sauerstoffwert von 2,24 mg/l an der Grander Mühle gemessen) lag oder liegt eine tödliche Gefahr besonders für die anspruchsvolle Flusslebewesen wie Mühlkoppe, Bachforelle oder Bachmuscheln vor.

Diplom-Biologe Purps sieht dadurch eine „tiefgreifende Verschlechterung“ in der Bille, vorrangig in deren Oberlauf. Dieser gehört bekanntlich zu einem „Flora-Fauna-Habitat“ und ist offiziell als besonders schützenswert eingestuft.

Damit entpuppt sich aber als Märchen, dass die festgestellte Verschmutzung der Bille durch „verfaultes Gras“ hervorgerufen worden sein. Diese Behauptung wurde zunächst von der zuständigen lauenburgischen Wasserbehörde aufgestellt. Deshalb fragen sich immer mehr Kötheler Bürger und Bürgerinnen: Warum hat man seitens der Behörde nicht genauer hingesehen? So auch Bille-Anlieger Dr. Frank Kieper, der außerdem die Anwendung entsprechender Verordnungen sowie weitere Untersuchungen anmahnt: „Wer ahndet jetzt den Vorfall und prüft ausgebrachte Güllemengen?

Die Bundesverordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger, zu dem auch Gülle gerechnet wird, schreibt in Artikel 3 eine Aufzeichnungspflicht ausgebrachter Mengen und deren Gehalt an Stickstoffen und Phosphaten vor. Außerdem sind entlang der Bille Schutzzonen zu beachten. „Es ist traurig, dass von manchen Wasserbehörden offenbar wenig Aufklärung mit Ursachenforschung betrieben wird!“ Kieper beklagt zudem einen regelrechten „Gülletourismus“ aus anderen Orten, der in den letzten Wochen in Köthel festzustellen war. Es handele sich dabei nach seinen Worten eher um eine „bislang legalisierte Art von Sondermüllentsorgung als Folge zunehmender Massentierhaltungen“. Kieper appelliert daher: „Macht endlich Schluss mit dieser Gefahr für Umwelt und Natur!“

Dr. Frank Kieper (Freier Journalist, DJV Hamburg). Köthel/Lauenburg - Tel. 0176 5688987

Datum: 31.07.2014 (Abdruck honorarfrei möglich)